Bibliotheksporträt

Da, wo zwischen den Hauptgebäuden der Universität und der ETH unter einer grossen Linde zwei korinthische Kapitelle auf modernen hohen Sockeln das Augenmerk auf sich ziehen, steht die alte durch Semperschüler und Staatsbauinspektor Otto Weber (1844-1898) erbaute Augenklinik von 1893/94, in der seit 1954 das Archäologische Institut im piano nobile sowie das Kunsthistorische Institut im 2. und 3. Stock untergebracht sind.

Von 1980 bis 1984 erfolgte eine Gesamtsanierung des Gebäudes, bei der auch die Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts ihre aktuelle Gestalt erhielt. Diese erstreckt sich auf der Hinterseite des Hauses über die gesamte Länge, umfasst gegen 100'000 Einheiten und steht als Lehr- und Forschungsbibliothek nicht nur Studierenden, sondern auch Forscherinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt zur Verfügung.

Der grösste Teil der Bibliotheksbestände ist im Lesesaal aufgestellt und kann vor Ort benutzt werden. Seit Februar 2015 ist ein Grossteil der Bücher an einer Selbstverbuchungsstation für einen Tag ausleihbar. Kostbare und seltene Bücher sind magaziniert und müssen am Vortag bestellt werden. Eine Auswahl an Neuerwerbungen und aktuellen Publikationen wird gleich beim Bibliothekseingang präsentiert. Unter der südlichen der beiden Licht-Kuppeln mit dekorativen Glasmalereien der Jahrhundertwende befindet sich seit 2008 die Abteilung zur Theorie und Geschichte der Fotografie. Unter der nördlichen Kuppel lädt eine gemütliche Leseecke mit Wölfflins altem Lehnstuhl dazu ein, in den aktuellen Ausgaben der laufenden Zeitschriften zu schmökern, die hier aufgelegt sind. Ebenfalls in diesem Bereich befinden sich die Bücher zur Islamischen Kunst. Die Bestände zur japanischen und chinesischen Kunst sind magaziniert und auf Bestellung erhältlich.

Den Studierenden stehen 60 Arbeitsplätze mit individuellem Stromanschluss zur Verfügung; die gesamte Bibliothek ist mit WLAN ausgestattet. Wer sich an einen der Arbeitsplätze setzt, geniesst durch die grossen Rundbogenfenster nicht nur einen Ausblick auf den Turm des Universitätsgebäudes, sondern auch in einen riesigen Mammutbaum und bis in die Stadt und auf die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs hinunter. An heissen Hochsommertagen hört man durch die weit geöffneten Fenster das leise Plätschern des Brunnens hinter dem Haus. Diese ruhige Atmosphäre ist bei den Lesenden und Studierenden sehr beliebt. Das Bibliothekspersonal unterstützt die Besucherinnen und Besucher gerne bei Fragen zum Bibliotheksbestand, zur Recherche und zur Orientierung in der Bibliothek.

Sammelgebiet

Hauptfachgebiete: Europäische und amerikanische Kunstgeschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart (Architektur, Malerei, Plastik), allgemeine Kunstwissenschaft (Quellen, Kunsttheorie, Ikonographie), Literatur zur Geschichte von Fotografie, Film, neuen Medien
Randfachgebiete: Aussereuropäische Kunst, Kunstgewerbe, Gartenkunst
Sondersammlungen: Medien aller Art

Umfangreiche Legate der früheren Emeriti Johann Rudolf Rahn, Joseph Zemp, Konrad Escher, Heinrich Wölfflin, Gotthard Jedlicka, Emil Maurer, Adolf Reinle und Helmut Brinker bilden den Grundstock der Sammlung. Geordnet ist die Bibliothek topografisch und nach Sachgebieten. Zu der Systematik von Signaturen sowie Schlagworten s. die entsprechenden Links!
In einem separaten Mikrofichenraum (Raum 206a) werden über 10'000 Fotofichen von Kulturdenkmälern  Europas (Marburger Index) aufbewahrt. Ein Mikrofichen-Scanner ermöglicht das Einscannen und Weiterverarbeiten der Fichen für Powerpoint-Präsentationen und Seminararbeiten.

Bestand

Circa 100'000 Einheiten, davon mehr als 80'000 Einzelwerke, 199 laufende Zeitschriften (Stand Ende 2012). Online - Abfrage: Katalog-Recherche nur via Computer über den Bibliotheksverbund NEBIS; siehe auch die monatlich aktualisierte  Neuerwerbungs- sowie die Verlustliste der Bibliothek:

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Erweiterter und aktualisierter Artikel aus:
Magazin der Universität Zürich (Nr. 3/1995) & Bulletin der ETH Zürich (Nr. 259), S. 51.