Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter

Rom

Hintergrund

Das Forschungsprojekt nimmt die Arbeit an einem auf sechs Bände veranschlagten Katalog der etwa 120 stadtrömischen mittelalterlichen Kirchen wieder auf. Damit soll mittelfristig der Corpus Cosmatorum II: Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter (1050-1300) (SNF-Projekt 101212_124424) zum Abschluss gebracht werden, der im Jahr 2002 von Prof. Dr. Peter Cornelius Claussen an der Universität Zürich begonnen wurde und von dem drei Bände bereits im Druck vorliegen.

Bisher erschienene Bände

Der erste Band des Katalogs, A-F (S. Adriano bis S. Francesca Romana), ist 2002 erschienen. 2008 folgte der zweite Band, der ganz der Laterankirche und dem an die Kirche angeschlossenen Baptisterium gewidmet ist. Der dritte, 2010 erschienene Band beinhaltet die Kirchen G-L (S. Gabriele sull’Appia bis S. Lucia della Tinta). In diesem Band befindet sich auch das ausführliche Kapitel zu S. Lorenzo fuori le Mura (S.305–515).

Aktuelles Projekt

Seit Januar 2015 wird das Vorhaben als Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Mittelalter am Istituto di storia e teoria dell’arte e dell’architettura an der Università della Svizzera italiana, Mendrisio (Prof. Dr. Daniela Mondini), und des Lehrstuhls für Kunstgeschichte des Mittelalters und Mittelalterarchäologie an der Universität Zürich (Prof. Dr. Carola Jäggi) weitergeführt. Zur Zeit wird an Band IV (M-N) gearbeitet, in dem unter anderem auch die wichtigsten stadtrömischen Marienkirchen wie S. Maria Maggiore, S. Maria in Cosmedin oder S. Maria in Trastevere monographisch behandelt werden.

Forschungsschwerpunkt

Erforscht und untersucht werden die Architektur und die liturgische Ausstattung der Kirchen vom 11. bis zum ausgehenden 13. Jahrhundert, unter besonderer Berücksichtigung der Erzeugnisse der römischen Marmorkünstler jener Zeit (gängig als Kunst der ‚Cosmaten’ bezeichnet). Ein besonderes Interesse gilt auch dem Verhältnis stadtrömischer mittelalterlicher Kunst zur Antike ('Antikenrezeption').

Die besondere Ästhetik der Sakralräume dieser Zeit, in denen mit immer neuen Ansätzen versucht wurde, die frühchristliche Grösse Roms zu erneuern (Renovatio), kann mit ihrer polychromen Marmorpracht als Ausdruck des durch die Gregorianische Reform gestärkten Papsttums angesehen werden.

Nur noch wenige Denkmäler zeugen von dem einstigen Glanz. Die meisten stadtrömischen mittelalterlichen Kirchen mussten der barocken Ästhetik weichen und verloren dabei ihre ursprüngliche liturgische Ausstattung. Eine genaue Untersuchung der vorhandenen Überreste wie auch der überlieferten Text- und Bildquellen lässt allmählich ein reiches und mannigfaltiges Bild dieser bisher wenig erforschten Kunst entstehen.

Aus den Studien zu den einzelnen Kirchen Roms sind weiterführende Informationen über die auf sie Einfluss nehmenden gesellschaftlichen Gruppen zu gewinnen, die sich keineswegs allein auf Papst und Kurie beschränkten: Jeder Einzelbau hat seine Position im Widerstreit der Parteien, diente der Repräsentation von Kurie, Adel, Kommune oder Ordensgemeinschaften in einer Gesellschaft, in der es auf Zeichen und sichtbare Unterscheidungen ankam. Indem auch die Rezeption und Wiederinstandsetzung bis in die Gegenwart hinein reflektiert werden, sind diese „Kirchenbiographien“ Teil unserer eigenen Ideen- und Geistesgeschichte.

Forschungsteam

Foto Romprojektteam
v.l.n.r: Caroline Cottier, Nadia Pettannice, Darko Senekovic, Carola Jäggi, Peter Cornelius Claussen, Daniela Mondini, Giorgia Pollio, Almuth Klein, Angela Yorck von Wartenburg (Foto: Matteo Pallaoro)

Universität Zürich:

Prof. Dr. Carola Jäggi (Co-Leitung)
Darko Senekovic (wiss. Mitarbeit)
Angela Yorck von Wartenburg (wiss. Mitarbeit)
Berit Riegger (Hilfsassistenz ab 1.1.2017)

 

Università della Svizzera Italiana:

Prof. Dr. Daniela Mondini (Projektleitung)
Dr. Almuth Klein (wiss. Mitarbeit)
Giorgia Pollio-Rossi (wiss. Mitarbeit)
Caroline Cottier (Hilfsassistenz)

 

Mit weiteren Forschungsbeiträgen von:

Prof. Dr. Sible de Blauuw
Prof. emer. Dr. Peter Cornelius Claussen
Prof. Dale Kinney
Alexander Racz, M.A.
Dr. Michael Schmitz

Weitere Informationen

Projektbeginn:         01.01.15
Projektabschluss:    31.12.17
Dauer:                     36 Monate 
Status:                     Laufend