Heinrich Wölfflin Lectures

Konzept

Weltweit ist Kunst Ausdruck und Mittel eines globalen Austauschs in Kultur, Politik und Wirtschaft geworden. Die Schweiz nimmt in diesem Netzwerk der Menschen, Ideen, Güter und Institutionen eine wichtige Stellung ein. Zürich mit seinen vielfältigen Bildungs- und Forschungsinstitutionen wie der Universität Zürich (UZH) stellt darin einen Knotenpunkt des kulturellen und wissenschaftlichen Transfers dar.

Obwohl die Kunstwissenschaft und der Kunstmarkt, die ProfessorInnen und die Studierenden, immer internationaler werden, gibt es in der Schweiz noch kein entsprechendes Studien- und Forschungsprogramm, das sich der globalen Kunst widmet. Eine globale Kunstgeschichte ist heute einer der wichtigsten Trends für die kommenden Jahrzehnte und gehört zunehmend zu den entscheidenden Qualifikationen der AbsolventInnen der Kunstgeschichte. In diesem Sinne bietet das KHIST ab Herbst 2013 einen spezialisierten Masterstudiengang „Kunstgeschichte im globalen Kontext – Art History in a Global Context“ an, der in der Schweiz einmalig ist. Mit der rosszügigen Unterstützung der Max Kohler Stiftung ist es gelungen, eine internationale Gastprofessur zu globalen Kunstgeschichte am KHIST einzurichten, die im Frühjahrssemester 2014 besetzt werden soll. Damit soll ein öffentlich und international sichtbares Zeichen gesetzt und ein wichtiger Beitrag zur Internationalisierung der Kunstgeschichte geleistet werden.

Die Gastprofessur und die Vortragsreihe sind Heinrich Wölfflin gewidmet, um einen der meistgelesenen und interdisziplinär wirksamsten Vertreter unseres Faches zu ehren, der von 1924 bis 1934 Ordinarius an der UZH gewesen ist und über den am Institut aktuell geforscht wird. Das Projekt ist inspiriert von den“A. W. Mellon Lectures in the Fine Arts" (National Gallery of Art, Washington) und den „Slade Lectures“ (Cambridge University). Diese umfassen eine Gastprofessur für ein Semester, währendem eine internationale Persönlichkeit des Faches eingeladen wird, eine Vorlesung zu halten, die in der Regel auch veröffentlich wird, wie dies etwa bei den Mellon Lectures der Fall ist. Ziel und Zweck der Heinrich Wölfflin Lectures ist es dementsprechend, SpitzenforscherInnen einzuladen, um ein Semester lang an der UZH über globale und transkulturelle Aspekte der Kunstgeschichte und damit verbundene interdisziplinäre Methodenprobleme zu lesen.