Swiss Art Research Infrastructure (SARI)

Die Swiss Art Research Infrastructure (SARI) umfasst eine nationale und internationalen Forschungsinfrastruktur zur Vernetzung digitaler Bildquellen und Metadaten im Bereich der Kunstgeschichte, Architektur, Archäologie, Film-, Geschichts-, Literatur- und Religionswissenschaft und anderen bildwissenschaftlich arbeitenden Disziplinen. Ziel ist die gegenseitige Nutzung dezentral erbrachter Leistungen und Kompetenzen spezialisierter Institutionen wie universitärer und öffentlicher Forschungseinrichtungen, Bibliotheken, Museen, Sammlungen und Archive. Im Gegensatz zu vergleichbaren derzeit bestehenden schweizerischen Infrastrukturen ist SARI auf die Vernetzung spezialisierter Akteure unterschiedlicher institutioneller und organisatorischer Ausrichtung ausgelegt. Durch den Aufbau eines institutionenübergreifenden Netzwerks schliesst SARI eine bedeutende Lücke innerhalb der nationalen Forschungsinfrastruktur im Bereich der Geisteswissenschaften und bietet so ein zeitgemässes und nachhaltiges Instrument für Forschung und Lehre in den Geisteswisenschaften.

Die technische Grundlage von SARI bildet Linked Open Data-Netzwerk der jüngsten Generation. Die Verwendung von mehrsprachigen, international etablierten und gleichzeitig erweiterbaren Normdaten-Vokabularen und Metadaten-Standards ermöglicht den gegenseitigen Austausch sowie das Referenzieren digitaler Quellen und Forschungsresultate über sprachliche und nationale Grenzen hinweg. Nicht nur werden dadurch bestehende und zukünftige Forschungsdaten und -projekte effizienter bewirtschaftet und durch die Referenzierung eine höhere wissenschaftliche Qualität der Forschungsdaten erzielt. Auch werden die Sichtbarkeit und Reichweite der Bestandsdaten und Forschungsergebnisse aus schweizerischen Hochschulen, Museen, Sammlungen und Archiven in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft und einer interessierten Öffentlichkeit gegenüber massgeblich verbessert. Aufgrund des konsequent mehrsprachigen Ansatzes und der Berücksichtigung aller relevanter internationaler Standards kann SARI als ein Modell für ein zukünftiges, globales wissenschaftliches Forschungs-Netzwerk gelten.

Auf institutioneller Ebene vereint SARI die massgeblichen Partner der digitalen Kunstgeschichte in der Schweiz. Als Hosting Institution trägt die Universität Zürich (Kunsthistorisches Institut) die Gesamtverantwortung. Als Core Partner sind die ETH Zürich (Institut gta) und das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) massgeblich beteiligt. Die frei Institutionen verbindet eine erfolgreiche und langjährige Zusammenarbeit im Bereich Forschungsinfrastrukturen. Ferner liegen Kooperationserklärungen aller Institute für Kunstgeschichte an schweizerischen Universitäten und zahlreiche Interessenbekundungen weiterer potentieller Partner vor (u.a. Forschungseinrichtungen, Archive, Sammlungen und Softwarehersteller). Als Advisory Partner sind das Getty Research Institute (GRI), Los Angeles, und das Bildarchiv Foto Marburg der Philips-Universität Marburg involviert.

Die Swiss Art Research Infrastructure (SARI) ist Teil der vom Schweizerischen Bundesrat im Juni 2015 genehmigten Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen von nationaler Bedeutung (2017–2020) des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Seit Beginn 2016 laufen Vorbereitungsarbeiten und Umsetzungsplanung des Projekts, offizieller Projektstart ist 1. Januar 2017.