Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen HS 2022

xxx

Propädeutikum Kunstgeschichte - Gruppe 5

MA Simon Breitenmoser, Tutorat Alia Slater
Fr 14:00-15:45, RAA-E-27 (Seminarraum), Tutorat Do 14:00-15:45, GLT-A-01

Das Modul setzt sich mit den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens auseinander sowie mit den Grundfragen wissenschaftlicher Betrachtung von Kunst und Architektur. Anhand ausgewählter Werke verschiedener Gattungen und Entstehungszeiten werden diese und andere Fragen der Zuweisung von Werten, Rollen und Aufgaben an Kunstwerke, Kunstschaffende und Institutionen diskutiert. Wichtige Schritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden gemeinsam erarbeitet, darunter das Recherchieren von Literatur und Bildquellen, die kritische Textlektüre und das Halten von Kurzreferaten. Das Modul umfasst neben einem Seminar ein obligatorisch zu besuchendes Tutorat, das in kleinen Gruppen und über E-Learning-Aufgaben wissenschaftliche Arbeitstechniken und den Gebrauch von Hilfsmitteln einübt.

BA-Seminar: Kleidung als Bild

Prof. Dr. David Ganz
Mo 10:15-12:00, RAA-E-29 (Seminarraum)

In der kunsthistorischen Forschung der letzten Jahre hat sich das Zusammenspiel von Kleidung und Bild zu einem zentralen Thema entwickelt. Dieses Interesse rührt zum einen daher, dass Kleidung quer durch die unterschiedlichsten Gattungen und Medien und über alle Epochen der Kunstgeschichte hinweg zu den prominentesten Bildgegenständen überhaupt zählt. Bildlich dargestellte Kleidung ist insofern ein wichtiger Fokus künstlerischer Gestaltung und Inszenierung. Auf der anderen Seite kann auch schon die real von Menschen getragene Kleidung als Medium einer bildnerischen Praxis verstanden werden. Das Herstellen und Tragen von Kleidung zielt darauf ab, dem natürlichen Körper eine zweite Haut zu geben und ihn so in ein Körperbild zu transformieren. Kleidung ist Ort einer visuellen Zeichenproduktion, die mit Schnitten, Formen, Farben, Mustern und Texturen arbeitet und das Aufschluss über Geschlechterrollen, über soziale, kulturelle und ethnische Gruppenzugehörigkeiten geben soll. Im Seminar wollen wir uns dieses Spektrum anhand einer Reihe ausgewählter Texte erschliessen, die wir gemeinsam lesen und diskutieren. Neben genuin kunsthistorischen Beiträgen werden wir auch Positionen aus der Kulturwissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Ethnologie und der Geschichtswissenschaft in die Diskussion einbeziehen.

Übung vor Originalen

Dr. des. Sophie Schweinfurth Ventura
Di 10:15-12:00, diverse Orte

Von den Altarbildern der Nelkenmeister, den phantastischen Bildwelten von Füssli und Böcklin, der Genremalerei Albert Ankers, den abstrahierenden Landschaftsdarstellungen von Ferdinand Hodler, dem Beginn der Konstruktiven Avantgarde durch Künstler*innen wie Paul Klee und Sophie-Teubner-Arp über die Skulpturen von Alberto Giacometti und Jean Tinguely bis zu Arbeiten der zeitgenössischen Kunst von Franz Gertsch, Pipilotti Rist und Thomas Hirschorn (um nur einige zu nennen), zeichnet sich die Schweizer Kunst durch eine überwältigende Vielfalt aus. Die Übung widmet sich der Schweizer Kunst vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart in Züricher Sammlungen und stellt die Frage, ob sich trotz aller Heterogenität auch verbindende Elemente und Charakteriska innerhalb der Geschichte der "Schweizer Kunst" finden lassen.

BA-Seminar: Medieval Makers

Dr. Beatrice Radden Keefe
Fr 10:15-12:00, RAA-E-08 (Seminarraum)

How did medieval makers of art go about their work? And how did they perceive of themselves, as lowly craftspeople or heroic artists? In this seminar, we’ll take a close look at objects made by a range of medieval makers, from big names like Bernward of Hildesheim and Gislebertus of Autun to anonymous female textile workers. Together, we’ll consider art historical concepts like style, copying, and patronage, as well as the medieval tradition of the artist’s signature and self-portrait. We’ll be reading a mix of foundational texts and more recent scholarship on medieval makers, and this seminar will include at least two visits to museums in Zurich in order to look at medieval objects at first hand.  

MA-Seminar: Kunst und Ökologie

Prof. Dr. David Ganz
Di 10:15-12:00, RAK-E-27 (Seminarraum) 

Im aktuellen Kunstgeschehen nehmen künstlerische Positionen, die sich im weitesten Sinne der Eco-Art zurechnen lassen, einen prominenten Platz ein. Für den Kunstbetrieb insgesamt spielen Aspekte der Nachhaltigkeit, des Klimaschutzes und der Ökobilanz zunehmend eine wichtige Rolle. Für die Kunstgeschichte tun sich hier neue, bislang wenig beachtete Perspektiven auf, die in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Das Seminar bietet die Möglichkeit, methodische Ansatzpunkte dafür kennenzulernen. Wichtige Impulse kommen aus dem literaturwissenschaftlichen Diskurs des Ecocriticism, der sich für die künstlerische Strategien der Darstellung von Natur und Umwelt interessiert. Neue Perspektiven eröffnen aber auch Beiträge aus den Umweltwissenschaften, der Klimaforschung und der Umweltgeschichte, die es erlauben, die materielle Seite der Kunst in weitere Zusammenhänge zu stellen. Aufschlussreich ist aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der fachinternen Tradition von Beiträgen zur Kunst und Natur und zur Darstellung von Natur in der Kunst beleuchten. Die Arbeit im Seminar ist lektürebasiert: Ausgewählte Texte aus diesen Gebieten werden in kurzen Referaten vorgestellt und anschliessend in der Gruppe diskutiert.

Vorlesung: Um 1300. Bilder und ihre Räume in Italien

Prof. Dr. David Ganz
Do 14:00-15:45, KOL-F-117

Die italienische Malerei „um 1300" gilt schon lange als epochaler Wendepunkt der europäischen Kunstgeschichte. Dieser Neubeginn wird üblicherweise als Einführung einer neuen Bildsprache beschrieben, mit der künstlerische Protagonisten wie Giotto, Duccio, Ambrogrio Lorenzetti oder Simone Martini ihre Gemälde schrittweise in Medien einer empirisch überzeugenden bildlichen Illusion verwandelten. Die Vorlesung unterzieht diese nach wie vor sehr wirkmächtige Erzählung einer kritischen Überprüfung. Im Vordergrund steht die Frage nach dem Verhältnis von Bildern und Räumen. Dabei geht es zum einen um einen Prozess, in dem sich die Maler die Fähigkeit aneignen, Bildgegenstände in einem dreidimensionalen Bildraum anzuordnen. Dieser neue Bildaufbau hat zur Folge, dass die Gegenstände im Bild auf die Position von Betrachter:innen im Raum vor dem Bild ausgerichtet werden. Der gemalte Bildraum und der reale Raum der Betrachter:innen treten in ein enges Verhältnis. Unterstützt wird dieser Effekt dadurch, dass die Bindung der Bilder an reale Räume nach wie vor eine sehr bedeutende Rolle spielt. Tafelbilder, Mosaiken und Fresken sind stets in gesellschaftliche Räume, in soziale Praktiken, ökonomische Austauschprozesse und Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt einbezogen.

Forschungskolloquium Mittelalterliche Bildkünste

Prof. Dr. David Ganz
Mo 16:15-18:00, alle 2-3 Wochen, ab 28.9., RAK-E-7 (Seminarraum)

Das Kolloquium dient der Präsentation und Diskussion von Forschungsprojekten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dazu zählen Abschlussarbeiten auf Master- oder Bachelorstufe, Promotionsvorhaben, aber auch kleinere Forschungsprojekte der Teilnehmerinnen. Das Kolloquium bietet zusätzlich die Gelegenheit, in der gemeinsamen Lektüre und Diskussion ausgewählte Texte kennenzulernen, von denen wichtige methodische Impulse für das Fach ausgehen.