Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen HS 2021

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BA-Seminar: Mittelalterliche Kunst und die Antike

Dr. Beatrice Radden Keefe
Fr 10:15-12:00, RAA-E-12 (Seminarraum)

Handle with Caution: The Classics in Medieval Art.
This seminar will focus on the Greek and Latin classics as they are found in medieval art. Together, we’ll look at illustrations of a range of "pagan" texts -- including Vergil and Ovid -- that medieval Christian viewers were meant to handle with caution. Students will gain familiarity with a variety of remarkable artworks in a range of media, as well as with key concepts in medieval art history, including the "afterlife" of antiquity, as we explore the complex history of the loss and survival, rejection and appropriation of the classics.

BA-Seminar: Durch­läs­sige Gren­zen. Rah­men und Rän­der als Zonen künst­le­ri­scher Gestal­tung

Prof. Dr. David Ganz
Mo 10:15-12:00, RAK-E-6 (Seminarraum)

Im berühmten Vergleich des Bildes mit einem geöffneten Fenster, den Leon Battista Alberti 1435 in seinem Traktat Della Pittura anstellt, schrumpft der Rahmen des Bildes zu einer Begrenzung von vier gerade gezogenen Linien. An diesem Konzept einer Marginalisierung von Rahmen und Randzonen hat die Kunstgeschichte lange unkritisch festgehalten – obwohl es der enormen Bedeutung, die künstlerisch gestaltete Rahmenapparate besassen, weder für die frühe Neuzeit noch für das Mittelalter gerecht wird. Demgegenüber gab es in den letzten Jahren eine Reihe wichtiger Diskussionsbeiträge, die die zentrale Bedeutung von Rahmen und Randzonen als Zonen der Vermittlung zwischen Bild und Betrachtenden herausstreichen. Das Seminar möchte diese Impulse bündeln und zu einem neuen Blick auf Rahmen als durchlässige Grenzen zwischen Kunstwerk und Aussenwelt anleiten. Dafür werden Beispiele herangezogen, die aus unterschiedlichen Medien und geographischen Regionen stammen: von kleinformatigen Handschriften mit ihren subversiven Marginalbildern über Tafelbilder und Schnitzretabel bis hin zu raumfüllenden Wandmalereien und Glasfenstern.

BA-Seminar: Span­nungs­feld Bild – sys­te­ma­ti­sche und his­to­ri­sche Per­spek­ti­ven

MA Simon Breitenmoser
Fr 10:15-12:00, RAA-E-08 (Seminarraum)

Besondere Aufmerksamkeit in den Geisteswissenschaften haben Bilder mit dem sogenannten iconic turn, einer Antwort auf den linguistic turn, erhalten. Die Untersuchung von Bildern in ihren materiellen, mentalen, medialen, kulturellen und politischen Dimensionen hat auch den Blick der Kunstgeschichte geprägt. Die Bildwissenschaft liefert ein Instrumentarium, die bildenden Künste im weiteren Kontext der Bildproduktion zu sehen. Ansätze zu einer Auseinandersetzung mit dem Status von Bildern, gibt es in der Geschichte des europäischen Denkens seit Platon und Aristoteles. Während Platon das Bild in der Politeia innerhalb von einem Spannungsverhältnis von Urbild, Abbild und Trugbild erörtert, so kommt bei Aristoteles in De Anima eine kognitive Dimension des Bildes zum Ausdruck. Mit diesen Positionen sind nur zwei von vielen Möglichkeiten angesprochen, mit dem Phänomen Bild umzugehen. Das Bild als Akt (Horst Bredekamp), der anthropologische Zugang zum Bild (Hans Belting) oder das Bild als Riss (Georges Didi-Huberman) sind weitere. In diesem Lektüre-Seminar wollen wir uns Bildtheorien und Bildkonzepte sowohl aus einer historischen als auch aus einer systematischen Perspektive annähern und uns Werkzeuge für die kunsthistorische Auseinandersetzung mit Bildern erarbeiten.

Vorlesung: Mate­ria­li­tät. Die Stoffe der Kunst in der Vor­mo­derne

Prof. Dr. David Ganz
Do 14:00-15:45, KOL-F-117

Die Stofflichkeit von Kunstwerken ist das Thema dieser Vorlesung. Sie findet in der Kunstgeschichte nicht erst seit dem material turn der letzten Jahre Beachtung, hat durch diese Wende aber doch an Brisanz gewonnen. Sobald man anerkennt, dass die materielle Beschaffenheit wesentlicher Bestandteil von Kunstwerken ist, tritt deutlich hervor, wie umfassend Kunstwerke in die Stofflichkeit ökologischer und ökonomischer Kreisläufe und in die Körperlichkeit gesellschaftlicher Interaktion eingebunden sind. Dem steht in der europäischen Kunsttradition ein Ideal der Mimesis entgegen, das darauf abzielt, die materielle Bedingtheit der Kunst zum Verschwinden zu bringen. Fachgeschichtlich hat sich dieses Ideal im Gebrauch von Reproduktionsmedien wie der Fotografie niedergeschlagen, die es erlauben, Formen und Motive der Kunst von ihrem materiellen Substrat abzulösen. Ziel der Vorlesung ist es, in die Diskursgeschichte des material turn einzuführen und Aspekte von Materialität in der Kunst an Beispielen aus der Vormoderne zu erörtern.

MA-Seminar: Büh­nen der Ver­kün­di­gung. Ambo und Kan­zel als Bild­trä­ger

Prof. Dr. David Ganz
Di 10:15-12:00, RAA-E-27 (Seminarraum) 

Das Interesse der Kunstgeschichte am Einsatz von Kunstwerken im Rahmen der Liturgie ist stark auf den Altar als Ort der Eucharistiefeier fixiert. Das Seminar möchte demgegenüber jene Orte des Kirchenraums in den Blick rücken, die den nicht weniger wichtigen zweiten Brennpunkt der Messliturgie bildeten: Als Einbauten mit erhöhtem Podium dienten Ambo und Kanzel dazu, den Schriftlesungen im ersten Teil der Messe gesteigerte Sichtbarkeit und Hörbarkeit zu verschaffen. Wie wichtig Ambo, Kanzel und Lettner als künstlerisch zu gestaltende Bildträger waren, wird schlagend klar, wenn man an die lange Liste von kunsthistorisch zentralen Werken denkt, die für diese Orte bestimmt waren: etwa den Klosterneuburger Ambo, den Aachener Ambo Heinrichs II. oder die berühmten Pisano-Kanzeln in Pisa, Pistoia und Siena. Das Seminar möchte dazu anleiten, diese für die Kunstgeschichte des Mittelalters so wichtigen Werke aus einer mediengeschichtlichen und performanztheoretischen Perspektive zu verstehen: als Bühnen für die Verkündigung der Heiligen Schrift, die auf ein Zusammenspiel von Bildern, liturgischen Akteuren und dem Klang gesprochener oder gesungener Wort abzielten.

Übung vor Ori­gi­na­len

Dr. des. Sophie Schweinfurth Ventura
Di 12:15-13:45, RAK-E-6 (Seminarraum)

Drachen, Meerjungfrauen und Zentauren: Darstellungen von Mythen und Sagen in Schweizer Sammlungen. Motive aus der antiken Mythologie und mittelalterlichen Sagen gehören zu den Lieblingsthemen der Malerei. Die Übung stellt diese Darstellungen in den Mittelpunkt der Betrachtung und möchte in den Museen vor Ort das grosse, bildnerische Spektrum von Fabelwesen, mythischen Figuren und Sagengestalten in Schweizer Sammlungen vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart visuell eruieren.

Forschungskolloquium Mittelalterliche Bildkünste

Prof. Dr. David Ganz
Mo 16:15-18:00, RAK-E-7 (Seminarraum)

Das Kolloquium dient der Präsentation und Diskussion von Forschungsprojekten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dazu zählen Abschlussarbeiten auf Master- oder Bachelorstufe, Promotionsvorhaben, aber auch kleinere Forschungsprojekte der Teilnehmerinnen. Das Kolloquium bietet zusätzlich die Gelegenheit, in der gemeinsamen Lektüre und Diskussion ausgewählte Texte kennenzulernen, von denen wichtige methodische Impulse für das Fach ausgehen.