Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter

Rom

Hintergrund

Das Forschungsprojekt nimmt die Arbeit an einem auf sieben Bände veranschlagten Katalog der etwa 120 stadtrömischen mittelalterlichen Kirchen wieder auf. Damit soll das Corpus Cosmatorum II: Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter 1050-1300 (SNF-Projekt 101212_124424) zum Abschluss gebracht werden, das im Jahr 2002 von Prof. Dr. Peter Cornelius Claussen an der Universität Zürich begonnen wurde und von dem inzwischen vier Bände im Druck vorliegen.

Verlängerung

Das Forschungsprojekt hat die Zusage vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) erhalten, dass die Projektphase um vier Jahre verlängert wird (01. April 2021 bis 31. März 2025).

https://search.usi.ch/it/progetti/2164/

Band vier erschienen

Im Januar 2020 wurde die Publikation des vierten Bandes im Istituto Svizzero di Roma gefeiert. Den Festvortrag hielt Valentino Pace. Mehr zum Buch: https://elibrary.steiner-verlag.de/book/99.105010/9783515121286

Rom

v.l.n.r. : Carola Jäggi, Valentino Pace, Daniela Mondini, Cornelius Claussen (Foto Januar 2020)

Bisher erschienene Bände

Der erste Band des Katalogs, A-F (S. Adriano bis S. Francesca Romana), ist 2002 erschienen. Seit 2020 ist der Band digitalisiert und unter open access verfügbar https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/186201/. 2008 folgte der zweite Band, der ganz der Laterankirche und dem an die Kirche angeschlossenen Baptisterium gewidmet ist. Der dritte, 2010 erschienene Band beinhaltet die Kirchen G-L (S. Gabriele sull’Appia bis S. Lucia della Tinta). In diesem Band befindet sich auch das ausführliche Kapitel zu S. Lorenzo fuori le mura (S.305–515). 2020 erschien der vierte Band, in dem die Kirchen mit Anfangsbuchstaben M-O (SS. Marcellino e Pietro bis S. Omobono) vereint sind, darunter auch der Grossteil der römischen Marienkirchen.

Aktuelles Projekt

Seit Januar 2015 wird das Vorhaben als Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Kunst- und Architekturgeschichte an der Accademia dell'architettura Mendrisio, Università della Svizzera italiana (Prof. Dr. Daniela Mondini), und des Lehrstuhls für Kunstgeschichte des Mittelalters und Archäologie der frühchristlichen, hoch- und spätmittelalterlichen Zeit an der Universität Zürich (Prof. Dr. Carola Jäggi) weitergeführt. Nachdem 2020 der vierte Band erschienen ist, steht als nächstes die Drucklegung des fünften Bandes an, der die Beiträge zu den drei grossen Marienkirchen S. Maria Maggiore, S. Maria in Aracoeli und S. Maria in Trastevere enthalten wird. Gleichzeitig wird in der aktuellen Projektphase am sechsten Band gearbeitet, der mit S. Paolo fuori le mura und S. Pietro in Vaticano zwei der wichtigsten römischen Kirchen zum Thema hat.

Forschungsschwerpunkt

Erforscht und untersucht werden die Architektur und die liturgische Ausstattung der Kirchen vom 11. bis zum ausgehenden 13. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Erzeugnisse der römischen Marmorkünstler jener Zeit (gängig als Kunst der Cosmaten bezeichnet). Fragen nach dem Verhältnis der stadtrömischen Kunst des Hoch- und beginnenden Spätmittelaters zur Antike spielen dabei eine besondere Rolle. Die spezifische Ästhetik der Sakralräume jener Zeit, in denen mit immer neuen Ansätzen versucht wurde, die frühchristliche Grösse Roms zu erneuern (Renovatio), kann mit ihrer polychromen Marmorpracht als Ausdruck des durch die Gregorianische Reform gestärkten Papsttums angesehen werden.

Allerdings sind uns nur wenige Kirche in ihrer mittelalterlichen Gestalt erhalten. Die meisten stadtrömischen mittelalterlichen Kirchen wurden in der frühen Neuzeit umgestaltet und verloren dabei ihre ursprüngliche liturgische Ausstattung. Bauarchäologische Beobachtungen in Kombination mit einer minutiösen Analyse der erhaltenen Überreste sowie dem Studium relevanter Text- und Bildquellen lassen aber in den meisten Fällen die Rekonstruktion der mittelalterlichen Innendisposition zu, so dass inzwischen ein reiches und mannigfaltiges Bild von dieser bisher wenig erforschten Kunst gewonnen werden konnte.

Aus den Studien zu den einzelnen Kirchen Roms ergeben sich weiterführende Informationen über die auf sie Einfluss nehmenden gesellschaftlichen Gruppen. Diese beschränkten sich keineswegs allein auf Papst und Kurie: Jeder Einzelbau hatte seine Position im Widerstreit der Parteien, diente der Repräsentation von Kurie, Adel, Kommune oder Ordensgemeinschaften in einer Gesellschaft, in der es auf Zeichen und sichtbare Unterscheidungen ankam. Indem auch die Rezeption und Wiederinstandsetzung bis in die Gegenwart hinein reflektiert werden, sind diese „Kirchenbiographien“ Teil unserer eigenen Ideen- und Geistesgeschichte.

Forschungsteam

Projektteam

v.l.n.r : Cornelius Claussen, Sible de Blaauw, Carola Jäggi, Daniela Mondini, Giorgia Pollio, Darko Senekovic, Iris Hutter, Almuth Klein, Angela Yorck von Wartenburg, Nicola Camerlenghi, Berit Riegger, Michael Schmitz (Foto Januar 2018)

Universität Zürich:

Prof. Dr. Carola Jäggi (Co-Projektleiterin)
Darko Senekovic (wiss. Mitarbeiter bis Januar 2020)
Bianca Hermanin, M.A. (wiss. Mitarbeiterin seit 01.02.2020)
Angela Yorck von Wartenburg, M.A. (wiss. Mitarbeiterin bis März 2021)

Marcello Rechberger, B.A. (Hilfsassistent seit 01.01.2019)
weitere Infos zu den MitarbeiterInnen in Zürich

Università della Svizzera Italiana:

Prof. Dr. Daniela Mondini (Projektleiterin)
Dr. Almuth Klein (wiss. Mitarbeiterin)
Giorgia Pollio-Rossi (wiss. Mitarbeiterin)

Mit weiteren Forschungsbeiträgen von:

Prof. Dr. Sible de Blaauw
Prof. Dr. Nicola Camerlenghi
Prof. emer. Dr. Peter Cornelius Claussen
Prof. Dr. Dale Kinney
Dr. Michael Schmitz
Alexander Racz, M.A.
Michael Langer, Mag.
 

Weitere Informationen

Laufzeit der aktuellen Projektphase: 01.04.2018-31.03.2021

Neue Bewilligungsphase: 01.04.2021-31.03.2025

Links

Projektseite Mendrisio
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