Gesine Betz: Synthetische Farbmittel, Metallpigmente und technische Innovation in Sophie Taeuber Arps künstlerischer Praxis.
Im Zentrum des kunsttechnologischen Promotionsprojektes zur Künstlerin Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) mit dem Arbeitstitel Synthetische Farbmittel, Metallpigmente und technische Innovation in Sophie Taeuber-Arps künstlerischer Praxis stehen die Machart und die Materialwahl ausgewählter Kunstwerken der Künstlerin in Schweizer Institutionen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemälden und Holzreliefs der 1930er-Jahre, die während ihrer Schaffenszeit in Clamart nahe Paris entstanden.
Trotz der verbesserten Quellenlage, insbesondere durch die in den letzten Jahren publizierten Briefeditionen mit ihrer Schwester Erika Schlegel-Taeuber (1884–1973), ihrem Ehemann Hans Arp (1886–1966) sowie Annie (1893–1964) und Oskar Müller-Wiedemann (1887–1956), fehlen weitgehend Selbstaussagen der Künstlerin zu ihrem theoretischen Werkverständnis und ihren praktischen Herstellungsverfahren.
Diese Forschungslücke soll durch kunsttechnologische Werkuntersuchungen geschlossen werden. Zum Einsatz kommen dabei materialanalytische Methoden, bildgebenden Verfahren sowie mikro- und makroskopischen Untersuchungen, ergänzt durch maltechnischen Rekonstruktionsversuche und die Auswertung schriftlicher Quellen.
Ein Ziel des Promotionsprojektes ist es, auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse zu Entstehungsprozessen und materiellen Beschaffenheiten ihrer Kunstwerke die zeitgenössische künstlerische Position Sophie Taeuber-Arp im Kontext der geometrisch-abstrakten Kunst (neu) zu verorten. Ein weiterer Fokus liegt auf den spezifischen Charakteristika ihrer Arbeitsweise im Vergleich zu anderen zeitgenössischen, geometrisch-abstrakt arbeitenden Künstler:innen sowie auf dem Transfer von textil-handwerklichen Techniken in ihre freien Kunstwerke. Neben konzeptionellen und materiellen Eigenschaften der Werkstoffe soll der Frage nach bewussten ästhetischen Entscheidungen nachgegangen werden. Darüber hinaus wird auch die Zusammenarbeit des Künstlerpaares vertiefend untersucht.
Das Promotionsprojekt ist Teil eines vom Schweizerischer Nationalfonds (SNF) geförderten Forschungsprojektes (2024–2028)
https://www.hkb.bfh.ch/de/forschung/forschungsprojekte/2024-833-162-398/ an der Hochschule der Künste Bern (HKB).